Niedereschach
Das erste Projekt
 
Wärmeversorgung der Grund- und Hauptschule Niedereschach.
 
Grundlagen

Aufbau und Betrieb einer Nahwärmeleitung von der Biogasanlage
HSV Alte Schmiedshof zur Grund- und Hauptschule Niedereschach.

Die Grund- und Hauptschule mit dem Lehrschwimmbecken ist der optimale Wärmeabnehmer einer Kraft-Wärmekopplung, die das ganze Jahr in Betrieb ist.
Durch das Lehrschwimmbecken ist sowohl im Winter, als auch im Sommer ein Energiebedarf an Wärme zwingend notwendig.
Die Entfernung zwischen der Wärmeerzeugungsanlage (Biogasanlage HSV) und dem Wärmeabnehmer (Grund- und Hauptschule) von 745m sind gute Voraussetzungen um eine Nahwärmeversorgung erfolgreich aufzubauen. .
 
Die Nahwärmeleitung dient der Genossenschaft als Startprojekt und soll für zukünftige Projekte weiteres Eigenkapital erwirtschaften. Gleichzeitig spart die Gemeinde bei der Beheizung der Schule und die aufwendige Reparatur des zweiten Kessel entfällt komplett.
 
1.Projekt
Derzeit wird die Grund- und Hauptschule Niedereschach über einen Gas- brennwertkessel und über einen Öl-Niedertemperaturkessel beheizt. Beide Kesselanlagen haben eine Nennwärmeleistung von 225 kW. In der Kessel- folgeschaltung steht der Gaskessel an erster Stelle. Wenn die Leistung des Kessels die Heizlast des Gebäudes nicht mehr abdecken kann wird der Öl-Kessel zugeschaltet. Darüber hinaus dient der zweite Kessel zur Redundanz (Absicherung des Beheizungssystems der Schule). Der durchschnittliche Energieverbrauch der letzten Jahre liegt bei ca. 830.000 kWh. Das sind umgerechnet ca. 83.000 Liter Öl.
Die Biogasanlage HSV (Kraft- Wärme- Kopplung) ist in der Lage eine Kesselanlage in der Schule zu ersetzen. Somit kann die Energiebilanz des Schulgebäudes um ca. 75% durch die Nahwärmeversorgung ausgeglichen werden. Weiterhin ist eine Kesselanlage in der Schule notwendig um die Energiebilanz auszugleichen und um die Wärmeversorgung der Schule sicher zu stellen.
Die Nahwärmeleitung soll von der Biogasanlage HSV parallel zum Schlehenweg in Richtung Sportplatz verlegt werden. Vorbei an den beiden Fußballplätzen verläuft die Leitung parallel zum Fußweg bis zum Föhrenweg. Nach der Straßenüberquerung werden die letzen ca. 40 m schon auf dem Schulgelände verlegt. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme an das Schulgebäude übergeben.
Durch das System der Nahwärmeversorgung lassen sich ca. 15 % der bisher benötigten Energiekosten durch Kesselwirkungsgrad und Kesselstillstandsverlusten einsparen.
Es ist uns wichtig, dass bei unserem ersten Projekt alle Bürger von Niedereschach durch die Genossenschaft profitieren. Der Anschluss der Grund- und Hauptschule an die geplante Nahwärmeversorgung bedeutet eine Entlastung in unserem Gemeinehaushalt.
 
Allgemeines:
Fernwärme/Nahwärmeversorgung so wie wir sie heute verwenden, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt - aber was ist Fernwärme?
Das Grundkonzept besteht darin, von einer zentralen Heizungsanlage aus Warmwasser oder Dampf für die Beheizung von öffentlichen Gebäuden, Wohnblöcken, Büros, usw., zu liefern. Das Warmwasser wird über unterirdisch geführte isolierte Rohrsysteme verteilt. In vielen Haupt-städten in West-, Ost- und Nordeuropa gibt es große Fernwärmenetze, die Wärme über viele Kilometer mit nur minimalem Wärmeverlust zu den Verbrauchern bringen.
Der große Vorteil einer zentralen Wärmepro- duktion liegt darin, dass umweltfreundliche Wärmequellen verwendet und kombiniert werden können. Dabei werden als Wärmequellen die unterschiedlichsten Möglichkeiten verwendet, sei es über fossile Brennstoffe wie Öl und Gas, oder es wird auch die Abwärme aus Prozesswärme zur Energiequelle heran gezogen. In vielen Fällen wird zusätzlich über den Prozess Strom produziert und in das Netz eingespeist. Das bezeichnet man Wärme-Kraft-Kopplung - durch die gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme wird im Vergleich zu reinen Kraftwerken für Stromerzeugung die Effizienz von 40% auf über 80% verdoppelt. Andere wichtige Wärme- quellen sind die Abwärme aus Müllverbrennungsanlagen, großtechnischen Verfahren und immer mehr auch aus grünen Energie-quellen wie etwa Biomasse / Biogas / Erdwärme / Solarenergie.
Aber Fernwärmenetze beschränken sich nicht nur auf große Städte, seit 1980 - nach der zweiten Erdölkrise - wurde dieses Konzept auch auf einen kleineren Maßstab übertragen, vor allem in Ländern mit großen Holzvorkommen. Die örtlichen Bauern wurden eingeladen, als Energielieferanten selbständig tätig zu werden, um lokale Fernwärmenetze in den Dörfern zu errichten. Daraus entwickelte sich ein richtiger Boom und andere Länder zogen nach. Biomasse/Biogas gelten als 100% CO2 neutrale Energiequellen - und für diese Zwecke werden ausschließlich Holzabfälle oder speziell gepflanzte Bäume/Stroh/Gras verwendet.
Bei einem Wärmenetz von 0 – ca. 3 km spricht man von einem Nahwärmenetz.
HSV 1 HSV 2 GHS Niedereschach